Phi Ta Kkon - Geister-Fest
Mögen wir nicht in irgendeiner Weise auch lustige oder spannende Geistergeschichten ? Bekannt bei uns ist das Halloween, wo die teilnehmenden Menschen in unterschiedlichen phantasievollen Verkleidungen nicht nur die Geister und die Geisterwelt auf die Schippe nehmen, sondern auch für diesen Augenblick selber zu den Geistergestalten werden, die sonst in ihrem Unterbewußtsein, auf unterschiedliche Weise, eine instinktive Neugier, Angst und Spannung erzeugen.
Auch in Thailand kennt man eine Vielzahl von Geistern, die man dort Phi nennt. Ein Phi kann gut oder böse sein, und es gibt kaum einen Thai, trotz aller Ängste, der nicht gespannt auch gerne einen Geisterfilm sieht. Da wundert es wohl kaum, das es in Thailand auch eine Art thailändisches Halloween gibt, das Phi Ta Khon Fest. Das Phi Ta Khon Fest ist wahrscheinlich eines der ungewöhnlichsten Feste im Königreich.
Der Ursprung des Festes
Der Ursprung des Festes liegt in der Legende des Prinzen Vessandorn, der die vorletzte Inkarnation Buddhas gewesen sein soll. (Inkarnation = lat. ""Fleischwerdung", wird auch als "Das Annehmen einer menschlichen Hülle oder eines Geistes" übersetzt).
Prinz Vessandorn war ein sehr beliebter Prinz, und wegen seiner Sanftmut und Großzügigkeit bei den Menschen sehr beliebt. Eines Tages jedoch beschloss der junge Prinz übermütig, auf den weißen Elefanten seines Vaters, dem König, eine lange Reise zu unternehmen. Doch der Prinz vergaß, das der weiße Elefant für die Menschen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Regen war. Als der Prinz auch nach längerer Zeit nicht zurückkehrte, fürchteten sich die Menschen vor einer möglichen Dürre und Hunger, da ja der weiße Elefant nun weg war. In ihrer Angst gingen sie zum König, und beklagten, das sein Sohn mit dem weißen Elefanten wegritt, ohne an die möglichen Folgen zu denken. Daraufhin schickte der König Eilboten im ganze Königreich aus, und befahl, das der Prinz schnell mit dem weißen Elefanten zurückkehren sollte. Als Prinz Vessandorn dann mit dem weißen Elefanten zurückkehrte, waren die Menschen derart glücklich, das sie ein so lautes Fest veranstalteten, das sogar die Geister der Toten davon aufwachten, die dann ebenfalls freudig den Prinzen begrüßten und an der Feier einfach teilnahmen.
Fest im Dorf Dan Sei
Das mehrtätige Geister-Fest findet, in der Regel, jedes Jahr im Monat Juni im Dorf Dan Sai statt. Dan Sai gehört zur Provinz Loei und liegt im Nordosten des Lande, etwa 70 km westlich der Stadt Loei oder rund 80 km nördlich der Stadt Phetchabun.
Am ersten Tag gibt es eine farbenprächtige Parade, wo hauptsächlich junge Leute in ihren schönen bunten Kostümen und bizarren hölzernen und bunt bemalten Masken tanzend aufmarschieren, und die Zuschauer gerne dabei necken. Begleitet wird das Spektakel mit Musikkapellen und einem großen Menschenauflauf. Die Geistermasken stellen die Toten dar, die nicht mehr da sind, an die Festlichkeiten teilnehmen zu können. Es gibt auch einen Wettbewerb für das ausgefallenste und schönste Kostüm sowie für die besten Tänzer. Als Preise gibt es für jede Altersklasse Messing-Plaketten als Preis. Natürlich dürfen nicht die vielen Essenstände fehlen, die die Besucher mit den lokalen Köstlichkeiten versorgen sowie Stände mit lokalen Produkten.
Der weitere Höhepunkt des Festes ist die Chao Pho Kuan Zeremonie, wo die heilige Buddha-Figur Phra Uppakhut aus dem Wat Ponchai durch das Dorf und dann wieder zurück zum Wat getragen wird. Dabei tanzen auch hier traditionell hinter der Buddha-Figur als Geister verkleidete Einheimische, um religiösen Verdienst zu erwerben und Regen zu erbitten. Anschließend gehen die Dorfbewohner zum Wat Ponchai, um den Predigen der Mönche zuzuhören und zu beten. Am Ende des Festes werden noch Bambusraketen in den Himmel geschossen, in der Hoffnung, das man dadurch genügend Regen für die Ernten erhält.
Copyright: Wilfried Stevens, Düsseldorf
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